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Wülfrath: Glasfaserausbau schreitet voran.

Mittwoch, 12.07.2023

Die Verlegung der Glasfaser durch Greenfiber und Stadtwerke geht weiterhin gut voran. Zeitgleich verlegen auch andere Anbieter ihre eigenen Kabel, obwohl das nicht nötig wäre.

Gerade erst ist das Loch am Bordstein wieder zu. Schon wird es ein paar Tage später wieder aufgerissen. So passiert das aktuell an vielen Stellen in der Stadt. Das sorgt nicht nur bei den Anwohnern für Verwunderung und Unverständnis, sondern ärgert auch die Stadt.

Diese kann in dem Fall aber nichts an der Situation ändern. Denn bei den Arbeiten handelt es sich um Arbeiten zum Ausbau der Glasfaserinfrastruktur und dafür gibt es eine besondere Regel. Möchte ein Anbieter die Infrastruktur für das schnelle Internet bauen, braucht er keine Genehmigung von der Stadt. Er muss das lediglich bei der Verwaltung angeben und kann dann schon sofort loslegen. Ein Verbot kann die Stadt nicht aussprechen, da die gesetzliche Grundlage fehlt.

Und so wird derzeit munter gebuddelt und verlegt. Auslöser dafür, dass an einer Stelle gleich mehrfach aufgebuddelt wird, ist die besondere Situation in der Kalkstadt. Seitdem das kommunale Projekt von den Wülfrather Stadtwerken und dem Telekommunikationsanbieter Greenfiber im vergangenen Jahr mit der Vermarktungsphase Fahrt aufgenommen hatte, interessierten sich auf einmal auch andere Anbieter wie die Telekom oder auch 1&1 für die Glasfasererschließung der Stadt. Und so passiert es aktuell an einigen Stellen, dass ein anderer Anbieter die Leitungsrohre vom kommunalen Netz überbaut, also ein zweites, eigenes Rohr für Glasfaser verlegt.

Nötig wäre das allerdings nicht. Denn das Netz von Greenfiber, das die neugegründete Stadtwerke Breitband GmbH betreiben wird, hat einen sogenannten Open Access, also einen freien Zugang und kann folglich von allen Anbietern genutzt werden. Dafür müssen die Anbieter lediglich eine von der Bundesbehörde geregelte Durchleitungsgebühr an die Stadtwerke Breitband GmbH zahlen. So wird es in der Praxis an vielen Stellen mit schon vorhanden Leitungen gehandhabt.

Warum nun in Wülfrath zweifach gebaut wird, versteht Hinrich Bernzen, Pressesprecher von Greenfiber, nicht. „Kein Mensch käme auf die Idee, zweimal die gleiche Wasser- oder Stromleitung zu verlegen“, betont er. Auch die Wirtschaftlichkeit für den Mitbewerber stellt er dabei infrage. Ebenso kritisiert er das zum Teil „aggressive“ Werben um Kunden durch den Mitbewerber an den Haustüren der Menschen, speziell im Innenstadtbereich. Das übe Druck auf die Menschen aus und verunsichere sie, bemängelt er.

Trotz der Widrigkeiten freut sich Bernzen aber über den Fortschritt beim Ausbau des kommunalen Glasfasernetzes. Aktuell wird in vier der zwölf Cluster parallel gearbeitet. Am weitesten seien dabei die Arbeiten im Bereich Schlupkothen, wo fast alles erledigt ist. Dort werden aktuell als letzter Schritt die Kabel für den Hausanschluss verlegt. Bei Wülfrath-Ost, das ist rund um den Wasserturm, geht es Richtung Innenstadt runter. Außerdem sind die Trupps von Greenfiber in Rohdenhaus sowie in der Altstadt im Einsatz. Im Herbst sollen die Cluster Flandersbach und Wülfrath-Süd starten.

Bisher haben wir 17,5 Kilometer Trasse verlegt“, nennt Bernzen den Fortschritt in Zahlen. 400 Hausanschlüsse im Stadtgebiet sind schon tiefbaurechtlich fertig, 130 Hausanschlüsse sind für das Highspeednetz bereits freigeschaltet. Zudem wurden sieben Kabelverzweiger erstellt. Auf der Aufgabenliste steht zusätzlich das Verlegen von gut 18 Kilometer Trasse von Wuppertal nach Wülfrath, damit das Signal direkt vor Ort ist. „Es wird ein eigenes Zentrum im Wülfrath geben. Somit bleiben die Daten auch räumlich hier“, erklärt der Experte.

Für die Hausanschlüsse sind auch Begehungen vor Ort nötig. Davon gab es bereits 500. Bei einigen Grundstückseigentümern gab es Verärgerungen, dass nicht „mininmalinvasiv“ mit der Erdrakete die Rohre verlegt werden können und doch größere Arbeiten in Vorgarten und Co. nötig waren. „Das kommt ganz auf den Untergrund an“, erklärt Bernzen. In 90 Prozent ginge es aber mit der Rakete. Manchmal sei es aber auch eine Zeitfrage. Über die Arbeiten werde mit den Eigentümern eine schriftliche Vereinbarung getroffen, betont er.

Infrastrukturprojekt mit Besonderheit

Bisher gibt es bei Greenfiber gut 2400 Vertragsabschlüsse durch Wülfrather. Hinzu kommen noch die Wohnungen der GWG, die sich entschlossen hat, all ihre Wohnungen anschließen zu lassen. Das ist etwas Besonderes, sagt Hinrich Bernzen. Dank des Open Access können Kunden den Anbieter für das Highspeed-Internet aber frei wählen.

Den Link zur Pressemitteilung finden Sie hier.

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